Der Satz «reiss dich zusammen» setzt voraus, dass jemand freiwillig entscheidet, es nicht zu tun. Bei ADHS ist das häufig anders.
Exekutive Funktionen: die Regie im Kopf
Sie sind die Regie unseres Handelns: planen, starten, dranbleiben, umschalten, hemmen. Bei ADHS reifen sie später und arbeiten uneinheitlicher.
Ihr Kind will – es kann nur oft nicht so, wie es will. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen Nicht-Wollen und Nicht-Können.
Was das im Alltag heisst
- Ihr Kind will die Hausaufgaben machen – es findet aber keinen Startpunkt.
- Es will nicht dazwischenreden – es hemmt den Impuls nicht rechtzeitig.
- Es will pünktlich sein – es verliert die Zeit aus dem Blick.
Was hilft
Nicht Willen einfordern, sondern Rahmen bauen: sichtbare Struktur, kurze Etappen, klare Startsignale. Und eine realistische Erwartungshaltung – es dauert länger, und das ist okay.
Im Coaching sagen Eltern oft: «Seit ich verstehe, dass mein Kind nicht nicht will, sondern noch nicht kann, bin ich viel gelassener – und paradoxerweise klappt plötzlich mehr.»
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